USA 2002

Bilder und Texte: Artur Baldes, Tettnang

Im Jahr 2000 führte uns eine Reise in den Südwesten der USA. Der Anlaß war damals das Ballon-Festival in Albuquerque/Neu-Mexiko. Nachdem dieses Unternehmen allen Teilnehmern so gut gefallen hatte, kam bald der Gedanke auf, Amerika nochmals zu besuchen. Im Juni dieses Jahres war es so weit. Sechs Mitglieder unseres Clubs flogen von Friedrichshafen über Frankfurt und Chicago nach Salt Lake City, der Hauptstadt des Staates Utah.

Von Salt Lake City aus ging die Reise in Mietautos nordwärts durch den Teton-Nationalpark, in den Yellowstone-Nationalpark und dann weiter nach Cody/Wyoming und wieder 500 Meilen zurück nach Salt-Lake-City.

In Salt-Lake-City und vor allem im Teton-Nationalpark waren die Temperaturen niedriger, als wir das erwartet hatten. Gut, Salt Lake City liegt immerhin ca. 1.700 m hoch, der Teton-Nationalpark 2000 - 2500 m und der Berg, der dem Park seinen Namen gibt, ist gar über 4000 m hoch.

Im Teton-Nationalpark führt die Straße durch blühende Wiesen mit Ausblicken auf eine grandiose Bergwelt. Ebenso findet man in unmittelbarer Nähe schneebedeckte Ebenen und verschneiten Wald. Reißende Bäche sind ebenso zu sehen wie ganze Gebiete von kahlen Baumstämmen, die Brände überstanden haben. Immer wieder ist man versucht, anzuhalten und zu fotografieren.

Weiter nördlich vom Teton-Nationalpark beginnt der viel größere Yellowstone-Nationalpark.

Infolge seiner Bekanntheit ist er stark frequentiert. Das beeinträchtigt das Erlebnis aber keineswegs. Wegen seiner Ausdehnungen verteilen sich die Touristen mit ihren Fahrzeugen, so daß man sich nirgends eingeschränkt fühlt. In der sehr abwechslungsreichen Landschaft kann man Rotwild, Elche, Bisons -einzeln und in Herden sehen. Wir hatten das Glück, zwei mal auf Bären zu treffen. Pelikane, Kormorane, Adler und andere Vögel konnten wir beobachten. Geysire pressen Wasser und Dampf in die Luft.

Heiße Quellen findet man überall und große Teile des Gebietes erscheinen in allen möglichen Farben. Auf kilometerlangen Holzstegen kann man stundenlang durch diese fast schon surreale Welt wandern.



Auf Schildern wird man davor gewarnt, die Holzstege zu verlassen, weil man sich dadurch in Lebensgefahr begeben könnte. Auch bekommt man Handzettel, auf denen davor gewarnt wird, den Bisons zu nahezu kommen. Was man allerdings tun soll, wenn einem auf einem dieser Holzstege ein ausgewachsener Bison entgegen kommt, sagt einem keiner. Und genau das ist passiert. Es blieb nichts anderes übrig, als rückwärts zu gehen und zu hoffen, daß das Tier nicht anfängt zu rennen. Glücklicherweise hat der Bison den Steg verlassen, ohne sich weiter um uns zu kümmern.

Nachdem wir zwei Tage längs und quer durch den Yellowstone-Nationalpark gefahren und gewandert waren, haben wir Cody/Wyoming besucht. Es bot sich die Gelegenheit, bei einem Rodeo zuzuschauen Es beeindruckt schon, zu sehen, wie die Cowboys und die Girls mit ihren Pferden umgehen können

Wyoming ist wirklich noch Wilder Westen. Es gibt dort noch mehr Vieh als Menschen Auf der Fahrt von Cody zurück nach Salt Lake City, das sind ca. 500 Meilen auf ganz wenig befahrenen Straßen, sind wir durch Ortschaften gekommen, deren Häuser als Kulisse für jeden Wildwestfilm dienen können. Es fehlten nur noch die vor dem Saloon angebundenen Pferde.

Der Tempelbezirk in Salt Lake City vermittelt den Eindruck von Reichtum. Die Gebäude, Figurengruppen, Anlagen sind großzügig gestaltet. Alles ist sauber, ordentlich und erscheint dem kurzzeitigen Besucher als ,,heile Welt". Ein Besucherzentrum zeigt in einer Dauerausstellung Geschichte und Weg der ,,Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage", der Mormonen.

Per Flugzeug ging die Reise weiter von Salt Lake City zum internationalen Flughafen von San Francisco.

Nach Übernahme neuer Autos fuhren wir südwärts bis San Luis Obispo, an der Küste des Pacific, auf etwa halber Strecke zwischen Los Angeles und San Francisco gelegen. Von hier aus bewegten wir uns langsam die Küstenstraße Nr.1 nach Norden auf San Francisco zu. Wir hatten so die Sonne immer im Rücken, was beim Fotografieren ein Vorteil war. Und Fotomotive gibt es wahrlich in Hülle und Fülle Das blaue Meer, die felsige Küste mit Vogelfelsen und Robbenbänken, Blumen in allen Farben und interessante Ortschaften verleiteten immer wieder zu Zwischenstopps.

Und dann San Francisco. Diese Stadt muß man sich erlaufen. Abgesehen von der berühmten Cable-Car-Bahn und der nicht minder bekannten Lombard-Street, die sich in engen Windungen zwischen Blumenrabatten steil nach unten zieht, macht man auf Schritt und Tritt neue Entdeckungen. Ob das nun die Hochhäuser der Market-Street sind, oder Fishermanns Warf, ein ganz malerisches Viertel von alten Holzhäusern mit kleinen Läden und Fischrestaurants, mit Straßenkünstlern und einer Seelöwen-Kolonie. Jogger sind unterwegs, aber auch Typen die in Abfalleimern nach Essbarem suchen. Auch gut gekleidete Geschäftsleute begegnen einem und Bankangestellte, die ihre Mittagspause auf dem Rasen eines Parks verbringen. Die Straßenbahnen sind aus der ganzen Weit zusammengeholt und in dieser Vielfalt nehmen sie am Verkehr teil. Unnötig zu sagen, daß die Golden Gate Bridge und die ehemalige Gefängnisinsel Alcatras, auf der Al Capone ein paar Jahre unfreiwillig Gast der Regierung war, besichtigt wurde.











Zu schnell ging die Zeit, die uns zur Verfügung stand, zu Ende Diese Reise war absolut genau so schön und erlebnisreich wie die vor zwei Jahren. Ob es eine dritte Amerikareise geben wird? Ich will es nicht ausschließen.