Fotoreise in die USA

Bilder und Texte: Artur Baldes, Tettnang

Im Oktober dieses Jahres machten wir eine Reise in den Südwesten von Amerika, in die Landschaft, die schon im 16. Jahrhundert von Europäern entdeckt wurde und in der später die legendären Desperados Bill The Kid und Doc Holliday zuhause waren. Anlaß der Reise war das Ballonfestival in Albuquerque, New Mexiko, das jedes Jahr stattfindet.



Von Friedrichshafen über Frankfurt und Chikago landeten wir in Phönix, Arizona. Mit zwei Mietautos ging die Reise zuerst nach Tucson. Durch großartige Landschaften fahrend sahen wir Saquaro-Kakteen, das Arizona-Wüsten-Museum und die weiße Wüste, eine Traumlandschaft aus Gips, die durch Verdunstung von Wasser freigesetzt wird.




Über EI Paso sind wir weiter gefahren nach Albuquerque Wir erlebten den Aufstieg von ca. 1000 Heißluftballonen innerhalb von zwei Stunden zusammen mit vielleicht 100000 anderen Schaulustigen. Besonders aufgefallen ist die Tatsache, daß es keine Absperrungen für die Zuschauer gegeben hat Man konnte sich überall frei bewegen und die Ballone jederzeit, auch während diese abhoben, aus allernächster Nähe betrachten.




Nach diesem grandiosen Spektakel besuchten wir Santa Fe (gegründet 1598 als San Juan, seit 1606 Santa Fe). Heute leben viele Künstler dort. Die alten Häuser im Adobe-Baustil passen gut zum lndianermarkt und zu den ganz modernen Galerien.


Über Gallup und Flagstaff, Städte, die durch Wildwest-Literatur bekannt sind, und wo wir ein Stück auf der legendären Route 66 fuhren, gelangten wir durch Indianergebiet über den "versteinerten Wald" und die "farbige Wüste" zum Grand Canyon. Hier erlebten wir ein großartiges Schauspiel allein durch die scheinbare Veränderung der Landschaftsformen und Farben infolge der Wanderung der Sonne.



Eigentlich sollte keine Steigerung mehr möglich sein. Der Bryce Canyon im Staate Utah jedoch setzte allem die Krone auf. Ganz bizarr ragen Felstürme in allen Formen auf. Man glaubt Schlösser, Türme und allerlei Fantasiegebilde zu sehen. Die Steine scheinen von weiß über gelb bis zu tiefem Rot zu leuchten und je nach Lichteinfall zu glühen. Immer tun sich neue Perspektiven auf und es fällt schwer, sich von diesem Schauspiel zu trennen.




Dazu ist Las Vegas ein absoluter Kontrast. New York, Paris und Venedig sind dort originalgetreu mit Skyline, Freiheitsstatue, Eifelturm samt U-Bahnstation und Brunnen vom Place de la Concorde, sowie Markusplatz mit Campanile und Teich mit Gondeln aufgebaut. Alles ist ein Lichtermeer. Ein speiender Vulkan, Wasserfälle und sogar den Verlauf einer Seeschlacht im 18. Jahrhundert kann man beim spazierengehen bewundern. Die Pyramiden von Gizeh werben zusammen mit Cäsars Palast und vielen, vielen anderen Attraktionen um Gäste, die ihr Geld in die allgegenwärtigen "einarmigen Banditen" werfen sollen, oder ihr Glück bei einem Pokerspiel oder beim Roulette herausfordern können. Es war schon ein Erlebnis, aber zwei Tage Las Vegas sind genug gewesen und wir alle sind wieder gern in unsere doch noch überschaubare Welt am Bodensee zurückgekehrt.



Die ganze Reise war schön, interessant und absolut eine Bereicherung. Erwähnenswert ist auch, daß alle Leute, zu denen wir Kontakt hatten, aufgeschlossen und freundlich waren und immer bestrebt, uns irgendwie behilflich zu sein.