Zwei ,,Langnasen" erleben das "Reich der Mitte"

Im Mai diesen Jahres machten zwei Mitglieder unseres Clubs unabhängig voneinander und mit verschiedenen Reisegesellschaften Rundreisen in China.

Hier der Bericht und Bilder von Peter von Puttkamer und Artur Baldes.

China, das ,,Land des Lächelns" mit über zweitausendjähriger Kulturgeschichte, aber auch ein Land im Aufschwung mit zukunftsorientierter Dynamik. So wurde es erlebt bei einer dreiwöchigen Reise durch das "Reich der Mitte".

Schon Peking überwältigte durch die Vielzahl der Zeugnisse des alten Kaiserreiches, wie z. B. die ,,Verbotene Stadt", der Sommerpalast der Kaiserinwitwe Cixi, der Lamatempel Yonghe Gong, Gärten und Pagoden.

Einen tiefen Eindruck hinterlässt auch die nahe der Stadt gelegene ,,Große Mauer", die in ihrer heutigen Form Anfang des 15. Jhs. entstand. Gleichzeitig hat Peking topmoderne Gebäude, großzügige saubere Parks, Stadtautobahnen und ein Verkehrsaufkommen, das dem einer europäischen Großstadt nicht nachsteht. Motorräder sind übrigens in Peking nicht zugelassen und Radfahrer sind nachts ohne Licht unterwegs.

Drei Flugstunden südlich von Peking liegt XiŽan, die alte Kaiserstadt verschiedener Dynastien.

Neben Chinas schönster Moschee, im Ming-Stil gebaut, ist die Tonarmee des Mannes zu bewundern, der 221 v. Chr. erster chinesischer Kaiser wurde.

Im Jahre 1974 stießen Bauern beim Bohren eines Brunnens auf ein unterirdisches Feld, in dem ca 8000 überlebensgroße Krieger, Pferde, Wagen und andere Figuren gefunden wurden. Diese Anlage gilt heute als achtes Weltwunder.

Nächstes Ziel war der Jangtse, mächtigster Fluß Chinas mit mehr als 6000 km Länge. Per Schiff wurden die wildromantischen drei Schluchten passiert und es erstaunte, zu sehen, daß auf den Nebenflüssen noch heute Lastkähne von Menschen gezogen (getreidelt) werden.

Von Nanjing, am Jangtse gelegen, bringt die Eisenbahn den Reisenden über Suzhou dem ,,Venedig des Ostens" nach Shanghai.

Shanghai, die "heimliche Hauptstadt", ist eine pulsierende, überschäumende Metropole mit High-Tech-Kultur und modernster Architektur. Ganz deutlich ist der Aufbruch Chinas zur künftigen mächtigen Wirtschaftsmacht zu spüren. Trotzdem sind neben gewaltigen und immer vollen U-Bahn-Schächten noch Rikschas zur gemächlichen Beförderung von Fahrgästen zu finden. Und neben geschäftig eilenden, handytelefonierenden und laptoptragenden Menschen findet man am frühen Morgen Leute, die sich mit Schattenboxen, einer Art Gymnastik mit langsamen, in der Reihenfolge festgelegten Übungen, für den vor ihnen liegenden Tag fit machen.

Absoluter Kontrast zu Shanghai ist Guilin, am Li Jiang Fluß gelegen. Aus leuchtend grünen Reisfeldern und Teeplantagen ragen Kegel- und säulenförmige Karstkegel zu Dutzenden auf. Kormoranfischer auf schmalen Bambusflößen kreuzen auf dem Wasser. Wenn das Wetter diesig ist

und die Spitzen der Kegel in die Wolken eintauchen, entsteht eine fast mystische Stimmung.

Kanton, die alte Handelsstadt am Perlfluß, ist die Station für eine dreistündige Überfahrt mit dem Schnellschiff nach Hongkong.

Noch bis vor wenigen Jahren britische Kronkolonie, ist Hongkong heute das Handelstor Chinas zur westlichen Welt. Die Hochhäuser, Bankgebäude, Geschäfte und die längste Rolltreppe der Welt nebst einem Tag und Nacht tobenden Verkehr und Menschenmassen auf den Straßen sind faszinierend, aber auch anstrengend. Eine Hafenrundfahrt bei untergehender Sonne, die die Hochhausfassaden glühen lässt, oder auch ein Spaziergang in einem der schönen Parks mit exotischen Bäumen und Blumen, auch kunstvoll angelegten Brunnen und Fontänen entschädigen für die tropischen Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit, an die sich der Europäer gewöhnen muß.

Die Reise ist zu Ende. Nach einem Flug von 12 Stunden Dauer hat uns der Bodensee wieder. Der Besuch von China war interessant, schön, lehrreich und empfehlenswert.